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welt2raum - das camp
/der rückblick/ |
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Hier ein paar persönliche Zeilen des Rückblicks von Timo (hier als pdf):
Das Camp ist nun schon eine Weile vorbei und nach etwas Ruhe und Abstand lohnt auf jeden Fall mal ein erster kleiner, persönlicher Rückblick. Insgesamt waren wir fast zwei Wochen auf dem Festplatz und transformierten ihn in einen Ort gelebter Utopie. Dass das gelungen war, fiel mir spätestens dann auf, als ich nach dem Camp zuhause ankam und erstmal mein Fahrrad anschloss. Im Camp hatte es unabgeschlossen als Leihfahrrad gedient und war des Öfteren mal länger verschwunden gewesen, aber es kam eben auch immer wieder. Darauf mag ich mich im Alltag nicht verlassen…
Nach drei Tagen recht stressiger Vorbereitung vor Ort, das Aufbauteam war zu Beginn noch dezimiert, weil die Semesternachwehen noch Einige an Hausarbeiten und Ähnliches fesselte, ging es am Montag, 2.8., dann los. Nach und nach füllte sich der Platz mit Leben, wurden Zelte aufgestellt, Veranstaltungen und Workshops geplant usw. Dabei galt auf jeden Fall Qualität statt Quantität. Es gab keinen riesigen Rush und die "Zeltrevolution" konnten wir auch nicht gleich ausrufen (schade oder gut so?). Aber darum ging es ja auch gar nicht. Die Anzahl derer, die im Camp wohnten, belief sich vielleicht auf 50-90, je nach Wochentag. Im Laufe der Woche und auch abends waren insgesamt mehrere Hundert Besucher dabei, ob einfach so, bei Workshops, bei Konzerten, am Lagerfeuer, an der Bar oder sonst wo- und wie.
Und alles in allem fand ich die ganze Sache wirklich gelungen. Sicher gab es Sachen, die gerne dezentraler hätten passieren dürfen oder hätten mehr TeilnehmerInnen in verschiedenen Bereichen Verantwortung übernehmen können, mehr machen können, hätten genauso andere auch weniger machen können und sollen (wie ich),… aber all diese Sachen sind Teil des Prozesses und um "heile Welt vorspielen" geht es ja auch gar nicht. Das Erlebnis, einen eigens geschaffenen Raum gemeinsam aufzubauen mit Menschen, die zwar einer gleichen Idee anhängen, aber dabei völlig verschiedene Ziele, Hintergründe, Ideologien, Meinungen und Gewohnheiten haben, ist schon wirklich einzigartig. Ich hoffe und denke, dass dies auch viele andere so gefühlt haben. Der Austausch, die neuen Ideen, neue Bekanntschaften, die neue Energie, eine "gewisse Gewissheit", dass es wirklich auch anders geht, als es gerade läuft und als "alternativlos" verkauft wird- all das sind Sachen, die mir keiner mehr nehmen kann und für die sich auch der wirklich stressige Sommer gelohnt hat (auch wenn ich hoffe, dass ich es in Zukunft besser schaffen werde, mich auch mal zurück zu halten…)
Ohne jetzt genauer auf das Camp einzugehen, weiß ich, dass das Ganze für mich wirklich mehr als ein Event war, sondern dass es in mir, hoffentlich und sehr wahrscheinlich auch allgemein, wirklich einen Prozess angestoßen hat, der mich auf der Suche nach … was auch immer - bessere Welt, Gerechtigkeit, Vertrauen, Menschlichkeit, Horizontalität - begleiten und mich antreiben wird.
Vorsichtig sein muss ich nur dabei, mir nach solchen Erlebnissen nicht einfach eine Nische zu suchen, in die ich mich bequem hinein begebe um von dort aus den Rest meines Lebens zu bestreiten. Auch wenn es leichter fällt, sich für sich eine Welt wie im Camp vorzustellen, so kann und will ich Kontakt zu und Wirkung auf andere Teile der Gesellschaft nicht vernachlässigen, auch wenn viele Frustrationsmomente, Unverständnis, Einsamkeit dabei immer dabei sein werden. Aber die Gewissheit, dass es auch anders geht, und dass es Viele gibt, die auf der Suche sind, die ihre Kreativität und Energie aufbringen wollen, Dinge zu verändern, die nicht der Meinung sind, sie wüssten schon genau wo sie hin wollen und was dazu getan werden muss, die konnte ich ja gerade im Camp auffrischen. Ich freu mich auf mehr!
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